Skoliose

Eine Skoliose ist eine Verkrümmung der Wirbelsäule mit Verdrehung der Wirbelkörper (Torsion). Das Wort Skoliose stammt von dem altgrichischen Wort «skoliösis» was Krümmung bedeutet. Skoliose wird zumindest unbehandelt, immer schlimmer. Bei sehr starker Verkrümmung können sogar die Organe beeinträchtigt werden, die Lungenkapazität nimmt ab.

Therapieformen

Eine leichte Skoliose ist unproblematisch

Bei mittelschweren Formen kann Physiotherapie und ein auf ärztlich Verordnetes Korsett helfen

Eine schwere Skoliose hingegen muss meistens operiert werden.

Schroth-Therapie

Diese Therapie Form kann nicht bei jedem Patienten angewandt werden. Es ist wichtig, sich mit dem Physio-Therapeuten/in auszutauschen . Bei Matteo hat man uns ganz klar abgeraten. Da die Skoliose ziemlich stark ausgeprägt war und die Beeinträchtigung zu gross ist.

Katharina Schroth war eine deutsche Handelsschullehrerin, die an einer Skoliose erkrankt war. Sie versuchte, diese Wirbelsäulenverkrümmung bei sich selbst zu behandeln, und entwickelte dabei ein neues Konzept der Physiotherapie, die Dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina Schroth. Wikipedia

Die Grundgedanken der Frau Schroth

Die Schroth–Klassifizierung teilt die Skoliose in Blöcke und Krümmungsmuster ein. Schmale Seiten werden als Konkavität bezeichnet und lange Seiten als Konvexität (siehe unten). So ist eine skoliosespezifische Befundung durch den Therapeuten möglich. Die Therapie wird exakt auf den Befund abgestimmt und für jeden Patienten individuell geplant. Die Schroth–Therapie beruft sich auf Grundlagen aus der Neurophysiotherapie. So sollen Bewegungs– und Haltemuster verändert werden.

Ziele der Schroth – Therapie:

  • Dreidimensionale Korrektur und Aufrichtung der Wirbelsäule
  • Korrektur der skoliotischen Alltagshaltung
  • Schmerzreduktion
  • Die Krankheit soll nicht schlimmer werden
  • Vermeidung einer Operation
  • Bessere Wahrnehmung des Körpers
  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität
  • Verbesserung der Rippen- und Wirbelsäulenbeweglichkeit

Frau Schroth beschreibt eine Übung

  1. Die Ausgangsstellungso auswählen, dass die Korrektur gut durchgeführt werden kann. Je nachdem wieviel Unterstützungsfläche der Betroffene benötigt, kann in Rücken- oder Bauchlage, im Sitz oder Stand geübt werden.
  2. Beckenkorrektur:Die Einstellung des Beckens ist von entscheidender Bedeutung. „Wenn das Fundament eines Hauses nicht gerade ist, wird das Haus auch nicht gerade“, sagt Frau Schroth. Das Becken wird in die physiologische Mittelstellung gebracht, die untere Lendenwirbelsäule wird eingestellt und die Hüfte korrigiert. Danach wird das Becken „entdreht“.
  3. „Rekeln“:Kurze, enge Seiten der Krümmungen (=Konkavität) sollen geöffnet werden. Dies erreicht man mit aktiver Streckung dieser Bereiche.
  4. Korrekturatmung:Bewusst in Konkavitäten atmen. Dies dehnt und öffnet die Wirbelsäulenabschnitte zusätzlich.
  5. Übungshauptteil:Die Übungen finden in der gewählten Ausgangsstellung statt. Mit Materialien wie Reissäckchen, Sprossenwand, Stäben oder Theraband wird der Patient zusätzlich unterstützt oder gefordert.

Vereinfacht ausgedrückt werden bei den Übungen die Konkaven Seiten (zu kurzen Stellen) gedehnt und die Konvexen Seiten (zu schwachen Stellen) gekräftigt. Die Muskeln werden so trainiert, dass die Korrekturhaltung auch nach den Übungen gehalten werden kann. Das Training hat bei konsequenter und disziplinierter Durchführung meist großen Erfolg und macht oft eine Operation überflüssig.

Tipps von unserer Physiotherapeutin Julia Langner

Wenn die Skoliose von den Eltern erkannt wird ist es ratsam, zügig einen Orthopäden aufzusuchen. Dieser diagnostiziert die Skoliose und es kann umgehend mit der Physiotherapie nach Katharina Schroth begonnen werden. Der Erfolg ist natürlich umso größer, je früher die Skoliose erkannt und behandelt wird.

Natürlich kann und sollte man die Schroth-Therapie mit anderen physiotherapeutischen Übungen unterstützen, wie z.B. mit Bauchmuskeltraining.

Je nach Schweregrad der Skoliose ist es sinnvoll, die Therapie mit einer Korsettversorgung zu kombinieren. Dies entscheidet der Arzt anhand eines Röntgenbilds. Es kommt auf die Stärke der Krümmung an. Ich empfehle aber unbedingt, die aktive Therapie weiterzuführen. Das Korsett bietet „nur“ eine passive Korrektur. Es baut keine Muskeln auf. Die speziell aufgebaute Muskulatur benötigen wir zum Halten der Wirbelsäulenkorrektur. Nur so kann eine Verschlechterung ohne Korsett verhindert werden.

Da die Übung speziell auf jeden Patienten und seine Krümmung zugeschnitten wird, ist es unbedingt nötig, physiotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir im Physiozentrum leiten Ihnen die Übungen verständlich an. Bei der Skoliosetherapie mit Kindern binden wir natürlich immer die Eltern mit ein, sodass diese zuhause Hilfestellung beim Üben geben können.

www.physiozentrum.ch/2018/09/behandlung-krummen-wirbelsaeule

Wir haben uns für eine Operation entschieden, da die Verkrümmung sehr fortgeschritten war und die Lunge bereits der Wirbelsäule weichen musste. Ein solcher Eingriff kann bis zu 8 Stunden dauern.

Es war nicht eine einfache Entscheidung, aber im Nachhinein eine der besten. Da Matteo aufrechter sitzen kann, fürs schnaufen ist es für ihn ebenso eine Erleichterung. Die Lungen haben wieder genügend Platz.

Man muss aber wissen, so ein Eingriff ist kein spaziergang und muss gründlich überlegt und ab gewogen werden. Auch Gespräche mit Ärzten kann helfen eine solche grobe Operation in Angriff zu nehmen.

Wichtig ist, dass man die Risiken auch nicht unter den Teppich kehrt, es kann immer wieder etwas passieren, vor allem bei Kindern mit schweren Beeinträchtigungen. Aber wir haben uns in Basel sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Ärzte und das gesamte Personal war top.